Katzennachwuchs – ja oder nein?

Wird eine Katze unverhofft trächtig, stehen den meisten Katzenbesitzern die Haare zu Berge. Gerade Besitzer einer weiblichen Katze sollten sich daher von Anfang an mit dem Thema „Nachwuchs“ auseinander setzen. Aber auch bei Katern empfiehlt sich eine Kastration, wenn auch aus anderen Gründen – unkastrierte Kater sind wesentlich „streitlustiger“ und ziehen sich in Revierkämpfen mit anderen Katern leicht schwere Wunden zu.

Die weibliche Katze

Katzen sind mit etwa acht bis zehn Monaten geschlechtsreif. Wer eine erwachsene Katze ins Haus nimmt, erfährt gewöhnlich vom Vorbesitzer, den Helfern im Tierheim oder dem Züchter, ob die Katze bereits kastriert ist.  Ansonsten kann der Tierarzt dies natürlich schnell feststellen – auch bei zugelaufenen Katzen.  Normalerweise spricht nichts dagegen, erwachsene Katzen kastrieren zu lassen.

Katzen sollten im vierten oder fünften Monat kastriert werde, ehe sie zum ersten Mal rollig werden. Die Rolligkeit – die Zeit in der die Katze „paarungsbereit“ ist – ist für Hauskatzen ohnehin eine ungemütliche Zeit, da sie dann vollkommen auf Paarung programmiert ist, aber nicht aus dem Haus darf um ihren natürlichen Fortpflanzungstrieb zu befriedigen.  Da sie alles daran setzen wird, doch aus dem Haus zu entwischen, kann es zudem sehr leicht passieren, dass sie trächtig wird und ihren Besitzer dann mit einem Wurf possierlicher Kätzchen beglückt, für die ein Heim gefunden werden muss. Zudem kann eine unbefriedigte Rolligkeit bei der Katze zu der sogenannten Dauerrolligkeit führen, bei der sie monatelang von ihren Hormonen regelrecht gequält wird.

Die romantische Einstellung, dass die eigene Katze einmal Kätzchen gebären darf, hat wenig mit der Realität zu tun – die Welt ist voller ungewünschter kleiner Kätzchen und die Katze kann nicht wie eine Frau rational entscheiden, ob sie nun Nachwuchs will oder nicht – für sie ist es einfach ein natürlicher Trieb.

Die Katzenpille – Nur für Zuchtkatzen

Seit einigen Jahren ist eine sogenannte Katzenpille auf dem Markt, die Katzen einmal pro Woche bekommen sollen um so eine Trächtigkeit zu verhindern. Das Präparat ist vergleichbar mit der Anti-Baby-Pille für Frauen, verhindert aber  die Rolligkeit nicht. Für eine normale Hauskatze, bei der ohnehin kein Nachwuchs erwünscht ist, ist die Pille daher in meinen Augen völliger Unsinn. Lediglich bei Zuchtkatzen macht der Einsatz der Katzenpille Sinn, da diese regelmäßig Nachwuchs bekommt (und bei Rolligkeit ihre Triebe befriedigen kann) und lediglich ab und zu eine „Auszeit“ benötigt, damit ihr Körper nicht zu sehr strapaziert wird. Bei Privatkatzen ist die Kastration dagegen wesentlich sinnvoller, da sie der Katze die Rolligkeit erspart und die Sorge um möglichen unerwünschten Nachwuchs ein für alle Mal erledigt.

Kastration beim Kater

Es soll Besitzer geben, die sich um die Kastration ihres Katers keine Sorgen machen – schließlich kann er ja nicht trächtig werden. Dies ist nicht nur verantwortungslos gegenüber den Besitzern von weiblichen Katzen in der näheren Umgebung, sondern kann auch für den Besitzer selbst nach hinten losgehen.  Unkastrierte Kater markieren ihr Revier mit übelriechendem Urin, das z.B. auch den eigenen Garten in den Sommermonaten reichlich unangenehm riechen lässt. Zudem liefern sie sich immer wieder mit anderen Katern in der Umgebung heftige Kämpfe um die Reviere, die teilweise schwere Verletzungen nach sich ziehen können. Durch Bisse können zudem Infektionskrankheiten übertragen werden. Dazu darf nicht vergessen werden, dass unkastrierte Kater hormongesteuerte Wesen sind und häufig lange Strecken auf der Suche nach einer paarungsbereiten Katze zurück gelegen. So mancher Kater ist dabei schon spurlos verschwunden oder hat sein Leben auf einer stark befahrenen Landstraße ausgehaucht. Eine frühe Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife erspart dem Besitzer eine Menge Sorgen.

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