Katzen am Silvesterabend

Während der Mensch freudig das neue Jahr mit Champagner, Raketen und Böllern begrüßt, leiden die Haustiere, die nicht wissen, was vor sich geht. Sowohl für Hunde als auch für Katzen gilt daher, dass sie am Silvesterabend ein besonders ruhiges Eckchen als Rückzugsort bekommen, zum Beispiel im abgedunkelten Schlafzimmer. Doch während sich ängstliche Hunde oft an ihre Besitzer drängen und bei ihnen Schutz und Geborgenheit suchen, reagieren Katzen eher mit Panik und Flucht. Daher sollten schon am ganzen Silvestertag besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten.

Katze an Silvester im Haus halten

Es ist leider unvermeidlich: Sobald am 29.12. Silvesterraketen und Böller für den Verkauf freigegeben werden, werden sie auch genutzt. Besonders am Silvestertag ist die Gefahr groß, dass Kinder (und einige unverantwortliche Erwachsene) schon tagsüber Böller zünden um sich am Krach zu erfreuen oder neue Böller auszuprobieren. Die Katze sollte daher den ganzen Tag Stubenarrest bekommen oder höchstens noch am Morgen einmal kurz herausgelassen werden. Explodiert in ihrer Nähe ein Böller (zum Beispiel beim Streifen durch die nachbarlichen Gärten) kann sie ein Trauma erleiden, das sie ihr Leben lang begleiten wird. In schlimmen Fällen – zum Beispiel bei Böllern, die zahlreiche Male hintereinander knallen – kann sie sogar voller Panik die Flucht ergreifen und sich weit weg vom eigenen Haus entfernen. Bleibt sie dann in der lauten Silvesternacht mit ihrer Panik alleine in der Natur, findet sie dem Weg nach Hause nicht mehr. Es ist also ganz in ihrem Sinne, wenn sie am Silvestertag oder je nach Nachbarschaft schon ab dem 29.12. im Haus bleibt.

Der Silvesterabend

Wer eine Party im eigenen Haus plant, sollte überlegen, die Katze für den Silvesterabend in liebevolle Hände an einem ruhigeren Ort zu geben, zum Beispiel bei den Großeltern im kleinen Dorf. Ist dies keine Option, sollte zumindest ein Raum für die Party komplett tabu sein, zum Beispiel ein Schlafzimmer. Dieses Zimmer wird abgedunkelt und bietet der Katze einen Rückzugsort mit Körbchen, Fressen und Wasser. Ist keine Party geplant, sollte der Silvesterabend so „normal“ wie möglich begangen werden. Wird der Katze immer wieder mit wohlmeinenden Sprüchen wie „Ach du armes Kätzchen, so ein schlimmer Tag für dich!“ suggeriert, dass etwas Außergewöhnliches anstehet, lässt sie sich von der Nervosität anstecken.

Und auch wenn es schwer fällt: Maunzt die Katze und zeigt sich ängstlich, wenn es draußen knallt, sollte dies ignoriert werden. Damit zeigt sich der Besitzer nicht hartherzig, sondern gelassen: Wird die Katze geknuddelt, getröstet und bedauert, denkt sie nämlich erst recht, dass da draußen etwas ganz Fürchterliches geschieht. Benehmen sich Frauchen und Herrchen jedoch ganz normal, denkt auch die Katze, dass draußen alles im Lot ist – trotz der seltsamen Geräusche.

Beruhigungsmittel für die Katze

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der Katze den Silvesterabend angenehmer zu gestalten. Hilfreich sind Bachblüten-Notfalltropfen oder leichte Beruhigungsmittel, die der Tierarzt für ängstliche Katzen bereithält.

Sinnvoll kann auch ein Geräuschtraining sein: Zum Beispiel indem eine „Special Effects“-CD mit Knallgeräuschen oder ein Filmchen mit Silvesterknallerei im Internet zunächst ganz leise abgespielt wird, während die Katze gleichzeitig mit Spielen und Leckereien beschäftigt ist. Dann wird die Lautstärke in mehreren Sitzungen erhöht, bis die Katze sich nicht mehr vor der Knallerei erschreckt, sondern diese als ganz normal hinnimmt.

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