Die Körpersprache der Katze

„Wenn mein Tier nur mit mir reden könnte!“, seufzt so mancher Tierbesitzer, der sich über die Schrullen seines Lieblings wundert. Dabei können Tiere natürlich mit ihren Besitzern „reden“ – über ihre Körpersprache. Vor allem der Schwanz spricht dabei manchmal ganze Bände, aber auch die Augen und die Ohren geben Auskunft über das Innenleben der Katze. Und fast schon sprichwörtlich ist der sogenannte Katzenbuckel, mit dem die Katze ihre Angriffsstimmung deutlich macht.  Wer sich ein wenig Mühe macht, die verschiedenen Signale der Katze richtig zu deuten, wird seinen Stubentiger schnell besser verstehen lernen.

Der Schwanz der Katze

Wenn sich die Katze wohl fühlt, ragt der Schwanz hoch auf. Die Katze signalisiert damit gute Laune und den Wunsch nach Körperkontakt und gemeinsamem Spielen. Auch ein S-förmiger Schwanz ist eine Einladung zur gemeinsamen Beschäftigung, denn er signalisiert Langeweile. Alle anderen Schwanzstellungen geben dem Besitzer dagegen eher das Signal zum Abstand halten:

Zuckt die Schwanzspitze, ist Mieze gerade ganz besonders konzentriert, zum Beispiel weil sie eine Maus erspäht hat. Auf Störungen reagiert sie nun ausgesprochen ungnädig. Das gleiche gilt, wenn die Katze den ganzen Schwanz hin und her bewegt: Sie ist nun im Jagdfieber und steckt voller Spannung. Den Menschen kann sie nun gerade gar nicht brauchen.

„Hängt“ der Schwanz herunter oder ist er gar zwischen die Hinterbeine geklemmt, hat die Katze gerade Angst und fühlt sich unglücklich. Ihr Mensch wird nun häufig das Verlangen spüren, die arme Katze zu trösten und zu knuddeln, aber das mögen nur die wenigsten Katzen. Sie ziehen sich lieber an einen sicheren Ort zurück bis es ihnen besser geht – gönnen sie der Katze diese Ruhe.

Ist der Schwanz steif mit gesträubtem Haar aufgerichtet und die Katze zeigt den typischen Buckel, ist sie in Angriffsstimmung. Wer sich ihr jetzt nähert, riskiert Tatzenhiebe und sogar Bisse. Lassen Sie die Katze lieber in Ruhe, bis sie sich wieder beruhigt hat.

Die Ohren der Katze

Neben dem Schwanz sind die Ohren das wichtigste Stimmungsbarometer bei der Katze:  Ist die Katze übel gelaunt, legt sie die Ohren nach hinten und sollte in Ruhe gelassen werden. Eine verängstigte Katze legt die Ohren dagegen seitwärts an.  Hat sie gute Laune, sind die Ohren nach vorne gerichtet und meistens etwas nach außen. Wenn sie die Ohren spitzt, hat irgendetwas ihre Aufmerksamkeit erregt.

Andere Signale der Katze

Sträubt die Katze ihre Haare, vermuten die meisten Menschen Angriffshaltung oder Widerwillen dahinter und denken, „das legt sich wieder“. Es kann aber auch sein, dass die Katze ihre Haare sträubt, weil sie friert oder krank ist. Halten die gesträubten Haare längere Zeit an, sollte ihr Mensch also Ursachenforschung betreiben. Manchmal reicht es schon, die Heizung etwas höher zu drehen.

Auch das Schnurren führt immer wieder zu Missverständnissen zwischen Katzen und ihren Dosenöffern. Die meisten Menschen halten Schnurren für ein Signal des Wohlbefindens und lieben dieses Geräusch, weil es auch bei ihnen für Glücksgefühle sorgt. Zwar schnurrt die Katze wirklich, wenn sie sich wohlfühlt – aber auch aus anderen Gründen, zum Beispiel wenn sie krank ist.

Zuletzt sollte der Mensch auch daran denken, dass Katzen launische Geschöpfe sind und sich ihre Stimmung blitzschnell ändern kann. So mancher Mensch lag schon zufrieden mit der schnurrenden Katze auf der Couch und merkte gar nicht, dass die Stimmung umschlug. Warnsignale wie der zuckende Schwanz oder die zurückgelegten Ohren werden dann übersehen und urplötzlich fängt sich die streichelnde Hand einen Tatzenhieb ein, ehe sich die Katze blitzschnell aus dem Staub macht. Machen Sie sich nichts draus – so sind Katzen nun einmal.

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