Die Fellpflege der Katze

Dass Katzen Wasser verabscheuen und sich nicht gerne baden lassen, ist allgemein bekannt. Daher sollte man einer Katze nur dann ein echtes Bad antun, wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt. Meistens lassen sich klebrige Flecken aber auch mit einem feuchten Lappen und der Bürste entfernen.

Spezialbürste für die Fellpflege kaufen

Im Zoogeschäft gibt es spezielle Bürsten, die zwar recht teuer aber dafür sehr effektiv sind. Ich bin der Meinung, dass die Katze es wert sein sollte.  Kurzhaarkatzen sollte etwa einmal pro Woche gründlich mit der Bürste vom Kopf bis zum Schwanz durchgebürstet werden. Wer dies sanft macht, verwöhnt die Katze dabei und sie fängt wohlig an zu schnurren. Wenn es allerdings ziept oder schmerzt, kann sich der Pfleger auch mal auf einen Tatzenhieb gefasst machen!

Während der Zeit des Fellwechsels sollte die Katze sogar täglich gekämmt werden – so wird sie am schnellsten von den ausfallenden Haaren befreit und verteilt diese nicht überall in der Wohnung! Auch Katzen, die keinerlei Freilauf erhalten, sollten öfter gekämmt werden, da sie keine Möglichkeit haben, ihr Fell draußen an Bäumen abzureiben.

Langhaarkatzen müssen generell einmal pro Tag gebürstet werden, damit dass lange Fell nicht verfilzt.  Ungepflegtes Katzenhaar ist zudem eine Brutstätte für Parasiten und Hautekzeme und so etwas will wohl niemand seiner Katze antun!  Langhaarkatzen sollten zunächst mit einem grobzinkigen Kamm locker gekämmt werden um die Haare zu entwirren, ehe sie gebürstet werden.  Wenn einige Stellen trotz allem schon verfilzt sind, sollten diese Haare mit einer Schere abgeschnitten werden – der Versuch, mit dem Kamm dadurch zu kommen, tut der Katze nämlich weh und sie wird in der Regel schnell flüchten.

Was hat es mit den Haarballen auf sich?

Es kann vor allem zur Zeit des Fellwechsels dazu kommen, dass die Katze Haarballen auswürgt. Dies ist in der Regel jedoch kein Anlass zur Sorge. Auch wenn der Mensch seine Katze täglich bürstet, verwendet sie trotzdem viel Zeit auf ihre eigene Pflege und putzt sich mit wahrer Hingabe stundenlang. Dabei verschluckt sie immer wieder feine Haare, die im Magen schließlich zu Haarballen geformt werden. Wenn diese Haarballen zu groß sind um in den Verdauungstrakt weiter zu wandern und schließlich „hinten raus“ kommen, lösen sie einen Würgereiz aus, so dass sie stattdessen „vorne raus“ kommen. Manchmal frisst die Katze auch ganz bewusst Gras oder ähnliches Grünzeug um sich selbst das Erbrechen zu erleichtern. Auf den Menschen wirkt dieses Verhalten zwar leicht fragwürdig, doch für die Katze ist es natürlich. Nur wenn sich noch andere Magen-Darm-Probleme dazu gesellen oder die Katze übermäßig oft und viel erbricht, sollte sie vom Tierarzt durchgecheckt werden.

Die innere Fellpflege

Um die Haut der Katze bei der Fellpflege zu unterstützen, sollte auf eine nährstoffreiche Kost geachtet werden, die die Regeneration der Haut fördert. Dazu gehören beispielsweise Omega-3 und Omega 6-Fettsäuren und Vitamine, die die Katze zum größten Teil aus der normalen Feuchtnahrung aufnimmt. Daneben kann ab und zu ein wenig (aber wirklich nur ein wenig, also maximal ein Teelöffel voll) Öl aufs Futter gegeben werden, das dem Fell zusätzlichen Glanz verleiht. Auch rohe Eier sind gut für das Fett.  Teure „Nahrungsergänzungsmittel“ aus der Zoohandel halte ich persönlich dagegen für überflüssig bei gesunden Katzen, die normale gute Feuchtnahrung bekommen. Diese sind höchstens notwendig, wenn beispielsweise eine Katze zugelaufen ist, deren Fell nach langen Wochen des Herumstreunens aufgrund der Mangelernährung total stumpf und spröde geworden ist.

Tägliche Fellpflege bei der Katze

Gerade bei Katzen mit Auslauf finden sich immer wieder Kletten und andere Pflanzenteile im Fell, aber eben auch Knoten und Filz wie bei Hauskatzen. Bei Kurzhaarkatzen kann man die tägliche Fellpflege vielleicht auch einmal ausfallen lassen, bei Halblanghaarkatzen und Langhaarkatzen ist sie aber ein Muss. Die tägliche Massage mit der Bürste tut aber jeder Katze gut. Und das, obwohl sich Katzen am Tag mehrere Stunden selbst um ihr Fell kümmern. Gegen Knoten kommt aber die fleißigste Katze selbst nicht an, und auch gegen Filz hilft die Dauerpflege nicht.

Warum auch Hauskatzen regelmäßig gebürstet werden müssen

Eine Kurzhaarkatze, die nur zu Hause ist? Gerade diese muss regelmäßig gebürstet werden, denn ihr fehlt sozusagen der natürliche Abrieb. Lassen alle andere Katzen draußen einige Haare, wenn sie durch eine Weise streichen oder an einem Baum entlang kommen, muss die Hauskatze alles selbst erledigen. Damit verschlucken Hauskatzen mehr Haare als ihre Artgenossen mit Ausgang.

Welche Katze benötigt welche Fellpflege?

Katzen mit Auslauf: Am besten täglich bürsten, auch die Kurzhaarkatzen, denn so kann die Katze auch auf Verletzungen und/oder Zecken untersucht werden. Außerdem werden so auch Kletten und andere Pflanzenteile entfernt.

Halblang- und Langhaarkatzen: Hier sind bei Indoorkatzen Filz und Knotzen ein Problem, sollte die Langhaarkatze auch draußen herum streifen dürfen, kommen auch Kletten, Pflanzen, Parasiten hinzu. Täglich bürsten ist hier auch fast Pflicht.

Kurzhaarkatzen mit Auslauf: Täglich bürsten.

Kurzhaarkatzen ohne Auslauf freuen sich ebenfalls über eine regelmäßige Massage mit der Bürste. Gerade da sie sonst alles selbst machen muss.

Tipps für die Fellpflege bei der Katze

Ideal wäre es natürlich, wenn die Katze bereits an die tägliche Fellpflege gewöhnt ist. Ist sie es noch nicht, können Bürstenhandschuhe und weiche Bürsten ein toller Einstieg sein. Immer nur wenige Minuten und langsam steigern und natürlich diese Tipps beachten:

Bitte nicht gegen den Strich bürsten

Nur wenn nicht gegen den Strich gebürstet wird, wird die Katze ihre tägliche Fellpflege lieben. Egal ob Striegel, Kamm, Bürste, immer schön in der Wuchsrichtung des Katzenfells bleiben.

Nicht zu viel Druck ausüben

Auch sollten Kamm und Bürste immer eher gleiten, als mit Druck geführt werden.

Notfalls schneiden

Nicht immer lassen sich Knoten und Filz mit Kamm und Bürste entfernen, in diesem Fall kann auch vorsichtig eine Schere (zum Beispiel mit abgerundeten Enden, eine Verbandsschere zum Beispiel) zum Einsatz kommen. Ist die Verfilzung noch nicht weit fortgeschritten, kann auch eine Häkelnadel oder stumpfe Stricknadel beim Entwirren helfen.

Verhärtete Stellen / Filzplatten

Es kann vorkommen, dass das Fell der Katze so dicht verfilzt und sich sogenannte Filzplatten bilden. Diese Verfilzungen reichen bis auf die Haut und dürfen daher nicht mit einer Schere entfernt werden. Mit viel Übung können diese Filzplatten mit einem geeigneten (!) Rasierer entfernt werden. Dies sollte man sich unbedingt mindestens einmal von jemanden zeigen lassen, der dies selbst bereits gut kann. Natürlich hilft hier auch ein Tierarzt weiter. Entfernt werden müssen die Filzplatten unbedingt. Zum einen zirkuliert hier die Luft nicht mehr und es kann zu großen Hautproblemen bei der Katze kommen und zum anderen bereiten diese stark verfilzten Stellen der Katze auch Schmerzen.

Fellpflege für Langhaarkatzen

Täglich kämmen und am besten mit einem Spezialkamm für Langhaarkatzen arbeiten. Dabei gibt es nicht den Kamm für alle langhaarigen Katzen, denn bei Katzenrasse ist das Fell unterschiedlich dicht. Ist das Katzenfell sehr dicht, sollten die Zacken nicht zu eng aneinander liegen. Bei Langhaarkatzen wäre neben dem eigentlichen Kamm, mit dem das Fell entwirrt und geglättet wird, noch ein zweiter Kamm mit breiteren Abständen praktisch, denn damit lassen sich ausgefallene Haare gut auskämmen.

Fellpflege für Kurzhaarkatzen

Damit die Kurzhaarkatze beim Putzen nicht zu viele Haare verschluckt, sollte ihr auch bei der Fellpflege geholfen werden. Meist reicht hier aber ein Fellpflegehandschuh oder eine weiche Bürste aus. Eine gute Alternative wäre auch ein weicher, nicht fusselnder Lappen, zum Beispiel aus Leder. Auch hiermit kann die Katze schön massiert werden, lose Haare entfernt. Wenn die kurzhaarige Katze im Fellwechsel ist, kann ein engzahniger Kamm mit kurzen Zacken zusätzlich helfen, tote und abgestorbene Haare zu entfernen.

Flauschfell-Katzen

Um ein flauschiges Fell zu haben, benötigen Katzen nicht unbedingt ein langes Fell. So wird die Britisch Langhaarkatze ob ihres weichem und flauschigem Fell oft mit einem Teddybären verglichen. Es wundert wohl nicht, dass diese flauschigen Katzenrassen (zu diesen gehören auch Maine Coon und Perserkatzen) sich über eine besondere Fellpflege freuen. Hier haben sich Naturhaarbürsten bewährt. Dabei sollten diese Bürsten weich sein. Allerdings reichen diese Bürsten nur für die normale Fellpflege. Steht der Fellwechsel an, dann sollte noch eine Drahtbürste mit gekrümmten Zacken zum Einsatz kommen. Diese aber bitte nur durch das Fell führen und nicht über die Haut kratzen.