Katzenfutter Etikett unter der Lupe

Gutes Katzenfutter sollte man doch am Namen oder wenigsten am Etikett erkennen können. Was Hersteller von Katzenfutter auf die Verpackung schreiben dürfen oder müssen ist aber für Verbraucher bzw. Dosenöffner manchmal schwer zu durchschauen.

Der Markenname eines Katzenfutters muss zum Beispiel nichts mit dem Inhalt oder dessen Qualität zu tun haben.

Das sagt das Katzenfutter Etikett

Zum Glück gibt es noch die Nahrungsbezeichnung. Bei dieser dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht in die Irre geführt bzw. getäuscht werden. Hier gibt es Regeln. Wer diese kennt, kann sich an der Nahrungsbezeichnung orientieren. Manch einer wird von diesen Regeln aber enttäuscht sein.

Hier einige Beispiele:

  • Mit Kabeljau: Mindestens vier Prozent Fisch müssen in der Dose sein (vier von Hundert).
  • Reich an Ente: Mindestens 14 Prozent Ente müssen drin sein (circa ein Siebtel des Inhalts).
  • Lachs-Mahlzeit (Menü, Dinner, immer in Verbindung mit Lachs): Mindestens 26 Prozent müssen aus Lachs sein (etwas mehr als ein Viertel).
  • 100 Prozent Pute: Kann Putenfleisch und Puteninnereien enthalten und dazu noch zugelassene Zusatzstoffe, Nahrungsergänzungsmittel, Wasser.

Pflichtangaben auf dem Katzenfutter Etikett

Es gibt zudem bestimmte Pflichtangaben auf dem Katzenfutter Etikett.

  • Art des Futters (hier werden Alleinfutter, Ergänzungsfuttermittel und Diätnahrung unterschieden).
  • Für welches Tier ist es.
  • Füllmenge (in Gramm oder Liter).
  • Feuchtigkeitsgehalt (Nassfutter kommt auf ca. 70 bis 80 Prozent Feuchtigkeit, Trockenfutter maximal auf 14 Prozent).
  • Mindesthaltbarkeitsdatum (das ist ausdrücklich kein Verfallsdatum).
  • Zusammensetzung (Zutatenliste).
  • Analytische Bestandteile.
  • Zusatzstoffe.
  • Kontaktadresse des Herstellers.

Was ist ein Alleinfutter?

Bei den Futterarten gibt es ja Alleinfutter, Ergänzungsfutter und Diätnahrung. Nun kann ein Hersteller ein Futter nicht einfach Alleinfutter nennen, es muss auch als solches Taugen. Das ist der Fall, wenn dieses Alleinfutter alle Katzen (Kitten, Senioren, Hauskatzen, Freilaufkatzen, Rassekatzen etc.) mit all dem versorgen, was diese eben jeden Tag benötigen, um ausreichend mit allem versorgt zu sein. Von Energie über Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fette, Proteine etc. etc.

Allerdings kann ein Alleinfutter auch für eine spezielle Gruppe von Katzen gedacht sein. Zum Beispiel als Alleinfutter für Kitten deklariert werden oder als Alleinfutter für Langhaarkatzen.

Wer ein Alleinfutter verfüttert ist auf der sicheren Seite. Zusätzliche Öle, Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel müssen nicht in den Napf und wer dennoch auf solche Ergänzungen setzt, sollte vorsichtig sein, denn Nährstoffe, Vitamine etc. und insbesondere Kalorien können auch zu viel werden. Wer die Katze nur punktuell während des Fellwechsels zum Beispiel mit ein wenig wertvollen Ölen unterstützen möchte, kann dies tun, sollte aber unbedingt beachten, wie viele Kalorien so ein Öl hat.

Und natürlich kann eine Katze während einer Krankheit zusätzlich unterstützt werden, am besten in Absprache mit dem Tierarzt (vor allem, wenn diese Unterstützung länger andauern soll).

Diätnahrung

Oft macht es Sinn einer Katze eine spezielle Diätnahrung in den Napf zu geben. Zum Beispiel wenn diese Nierenprobleme hat. Solches Futter wird auch als therapeutisches Katzenfutter geführt. Und natürlich gibt es Diätfutter für allergische Katzen und erst recht für Katzen mit Übergewicht.

Bei Diätnahrung bzw. therapeutischen Katzenfutter muss der Hersteller sehr genau auf die Verpackung schreiben, bei welchen Krankheiten dieses verabreicht werden darf. Und natürlich ebenso, für welche Tiere es nicht geeignet ist. Ein Beispiel ist spezielles Diätfutter für Katzen mit Nierenproblemen. Dieses Futter ist nicht für Kitten geeignet.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Der Markt mit Nahrungsergänzungsmittel ist ein riesiger. Ebenso wie es für uns Menschen allerhand Pulver und Kapseln gibt, gibt es dies längst auch für Hunde und Katzen. Hier sind es Vitamine, Mineralstoffpräparate, Kräutermischungen und Futterflocken, die angeboten werden und natürlich auch Leckerlis.

Zutatenliste – Zusammensetzung Mischfutter

Insbesondere wer eine Katze hat, die allergisch auf bestimmte Zutaten reagiert, sollte unbedingt die Zutatenliste studieren. Diese gibt aber auch Auskunft darüber, wie fleischhaltig das Futter ist. Auf der Inhaltsangabe muss zwar jede Zutat aufgeführt werden, aber nicht unbedingt immer die Prozentangaben dazu. Immerhin gibt die Reihenfolge der Zutaten darüber Aufschluss, wie viel ungefähr davon drin ist. Je weiter vorne in der Zutatenliste etwas steht, um so mehr ist davon prozentual auch drin. Wenn Fleisch (gerne auch in Verbindung mit tierischen Nebenprodukten aufgeführt) ganz vorne steht, dann ist dies meist auch der Hauptbestandteil.

Ohne Prozente ist es aber schwierig den Inhalt wirklich zu bewerten. Diese Liste hier: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse, Kräuter, Mineralstoffe kommt leider ohne Prozente daher. Damit kann der Anteil an Fleisch bei 99 Prozent liegen (wenn der Rest sich ein Prozent teilt), aber auch bei nur 26 Prozent (wenn der Rest jeweils mit 25, 25 und 24 Prozent daher kommt).

Leider ist es nur verbindlich, die Zusammensetzung nach Einzelfuttermittel bekannt zugeben und das in absteigender Reihenfolge ohne Angabe der Menge. Etwas anders sieht es aus, wenn ein bestimmter Bestandteil besonders hervorgehoben wird. Wie oben in dem Beispiel „mit Thunfisch“ mindestens vier Prozent Thunfisch müssen drin sein.

Analytische Bestandteile

Hier wird aufgeführt wird der Gehalt an Grundnährstoffen im Katzenfutter angegeben. Das kann Eiweiß sein (aufgeführt als Protein) aber auch Rohasche. Unter Rohasche werden alle Mineralstoffe zusammengefasst. In den Analytischen Bestandteilen findet sich auch der Hinweis auf die Feuchtigkeit, aber auch auf wichtige Mineralien. Aufgeführt werden auch Ernährungsbedingte Zusatzstoffe, dies können bei Katzenfutter Taurin und Vitamin D3 sein. Während die Analytischen Bestandteile meist in Prozent angegeben werden, werden die Ernährungsbedingten Zusatzstoffe in Milligramm pro Kilogramm Futter angegeben.

Katzenfutter Werbung

Natürlich kommen Katzenfutterdosen nicht nackt in den Handel. Sie werden von Bildern oder Grafiken geziert und natürlich stehen die oben genannten Pflichtangaben darauf. Dazu kommt der Name und natürlich auch der eine oder andere Begriff, der den Katzenfutter Käufern suggerieren soll, hier etwas besonders gutes und wertvolles für seinen tierischen Mitbewohner zu kaufen. Die sogenannten werbenden Informationen sind leider nicht reglementiert. Und so können Produkte, die als Light-Produkte gekennzeichnet sein eben so viele Kalorien enthalten wie normale Produkte oder sogar mehr. Immerhin: Steht Alleinfuttermittel Light drauf, sollte alles an Vitaminen etc. drin sein, was die Katze benötigt.